In PageSpeed Insights gibt es seit einigen Monaten eine neue Kategorie. Neben Leistung, Barrierefreiheit, Best Practices und SEO steht jetzt „Agentisches Browsing“. Die meisten haben es noch gar nicht bemerkt. In diesem Artikel erkläre ich dir, was hinter der Kategorie steckt, was Google dort genau prüft, wie die Wertung zustande kommt und was du als Unternehmer daraus machen solltest. Am Beispiel von hamed.de zeige ich, wie eine Website alle Prüfungen besteht.
Was ist Agentisches Browsing?
Agentisches Browsing bedeutet, dass ein KI-Agent selbstständig eine Website besucht und dort Aufgaben erledigt: Informationen suchen, Angebote vergleichen, ein Formular ausfüllen. Die gleichnamige Kategorie in Lighthouse und PageSpeed Insights prüft, wie gut deine Website dafür gebaut ist.
Immer mehr Menschen lassen eine KI für sich suchen, vergleichen und anfragen. Der Agent klickt sich dann selbst durch deine Website. Dafür muss er sie verstehen: Was ist ein Button, was ist ein Eingabefeld, wohin führt ein Link? Ein Mensch erkennt das am Aussehen. Ein Agent liest dafür die Struktur der Seite oder wertet Bildschirmfotos aus.
Google hat die Kategorie mit Lighthouse 13.3 im Mai 2026 eingeführt. Lighthouse ist das Prüfwerkzeug von Chrome, das auch hinter PageSpeed Insights steckt. Google bezeichnet die Kategorie selbst als experimentell und „noch in Entwicklung“; die Prüfungen können sich also noch ändern.
Was prüft PageSpeed Insights beim Agentischen Browsing?
Vier Bereiche: ob die Seite für Agenten verständlich aufgebaut ist, ob das Layout beim Laden stabil bleibt, ob es eine brauchbare llms.txt gibt und ob WebMCP-Werkzeuge korrekt eingebunden sind.
| Prüfung | Was sie prüft | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Barrierefreiheit für Agenten | Haben Buttons, Links und Formularfelder verständliche Namen? Stimmen Rollen und Aufbau der Seite? Sind Bedienelemente sichtbar? | Echte Buttons, Links und Beschriftungen verwenden statt nachgebauter Elemente. |
| Layout-Stabilität | Springt die Seite beim Laden? Gemessen wird der Cumulative Layout Shift (CLS), also wie stark sich Inhalte nachträglich verschieben. | Bildern feste Maße geben, keine Banner oder Hinweise nachträglich einschieben. |
| llms.txt | Gibt es im Stammverzeichnis eine llms.txt, eine Art Inhaltsverzeichnis für KI? Wenn ja: Hat sie eine Überschrift, eine sinnvolle Länge und Links? | Eine kurze llms.txt mit Überschrift, zwei Sätzen zur Website und Links auf die wichtigsten Seiten anlegen. |
| WebMCP | Bietet die Website Agenten Werkzeuge an? Sind Formulare entsprechend ausgezeichnet und die Beschreibungen gültig? | Nur relevant, wenn du WebMCP einsetzt. Heute noch beobachten statt umbauen. |
Drei der vier Bereiche sind nicht neu. Saubere Beschriftungen gehören seit Jahren zur Barrierefreiheit, und ein stabiles Layout ist Teil der Core Web Vitals. Neu ist, dass Google sie jetzt unter der Frage bündelt: Kann eine Maschine diese Website bedienen?
Wie kommt die Wertung zustande?
Anders als bei Leistung oder SEO gibt es keine Punktzahl von 0 bis 100. PageSpeed Insights zeigt einen Bruch: bestandene Prüfungen von allen Prüfungen, die auf deine Website zutreffen.
Setzt deine Website kein WebMCP ein, fallen die WebMCP-Prüfungen weg. Gibt es keine llms.txt, gilt diese Prüfung als „nicht zutreffend“, nicht als durchgefallen. Deshalb sehen die Ergebnisse unterschiedlich aus: Eine Website ohne llms.txt kann 2 von 2 erreichen, eine mit llms.txt 3 von 3. Wer WebMCP einbaut, wird zusätzlich an den WebMCP-Prüfungen gemessen.
Für dich heißt das: Vergleiche nicht nur die Zahl hinter dem Schrägstrich, sondern schau, welche Prüfung durchfällt. Jede einzelne Prüfung zeigt in PageSpeed Insights an, welche Elemente betroffen sind.
Ist Agentisches Browsing ein Rankingfaktor?
Nein, aktuell nicht. Die Kategorie stammt aus dem Chrome-Prüfwerkzeug, nicht aus der Google-Suche. Google sagt ausdrücklich, dass die Google-Suche eine llms.txt ignoriert und für KI-Übersichten keine besonderen Dateien nötig sind.
Das hat Google in seinem Leitfaden zur Optimierung für KI-Funktionen (öffnet neuen Tab) festgehalten und im Juni 2026 präzisiert: Eine llms.txt anzulegen ist in Ordnung, sie hilft und schadet in der Google-Suche aber nicht. Auch die Lighthouse-Dokumentation (öffnet neuen Tab) beschreibt die Kategorie als Werkzeug, um Daten zu sammeln und Hinweise zu geben, nicht als abschließende Bewertung.
Meine Einschätzung: Genau so fängt es an. Erst ein Messwert, dann ein Standard. Die Core Web Vitals hat Google 2020 als Messwerte vorgestellt und erst 2021 in das Ranking einbezogen. Wer heute sauber baut, muss später nicht nachrüsten. Mehr zur Rolle von KI-Suchen erkläre ich im Artikel GEO vs. SEO.
Wie schneidet hamed.de ab?
Beim Relaunch von hamed.de habe ich die Prüfungen von Anfang an mitgedacht. Ergebnis auf dem Handy: viermal 100 in Leistung, Barrierefreiheit, Best Practices und SEO und beim Agentischen Browsing 3 von 3.
Die drei bestandenen Prüfungen sind Barrierefreiheit für Agenten, Layout-Stabilität und llms.txt. WebMCP setze ich noch nicht ein, deshalb zählt es nicht mit. Dahinter stecken keine Tricks, sondern ein paar feste Regeln:
- Echte Bedienelemente: Jeder Button ist ein Button, jeder Link ein Link, jedes Formularfeld hat eine sichtbare Beschriftung.
- Nichts springt: Alle Bilder haben feste Maße, und es gibt kein Cookie-Banner, das sich nachträglich über die Seite legt.
- Inhalt im HTML: Der komplette Text steht im Quelltext. JavaScript ergänzt nur und ist keine Voraussetzung, um die Seite zu lesen.
- Eine llms.txt plus Textfassungen: Die llms.txt verlinkt alle Seiten. Zu jeder Seite gibt es zusätzlich eine reine Textfassung, die KI-Systeme ohne Gestaltung lesen können.
Wie die übrigen Werte entstehen, beschreibe ich im Artikel PageSpeed Insights verbessern.
Was solltest du als Unternehmer jetzt tun?
Teste deine Website einmal, behebe die Fehler bei Beschriftungen und Layout und lege eine kurze llms.txt an. WebMCP kannst du vorerst beobachten.
- Testen: „PageSpeed Insights“ googeln, deine Domain eingeben und die Mobil-Ansicht öffnen. Die neue Kategorie steht ganz rechts.
- Beschriftungen prüfen: Fällt die Barrierefreiheit für Agenten durch, zeigt PageSpeed Insights die betroffenen Elemente. Meist sind es Buttons ohne Text, Symbole ohne Beschriftung oder Formularfelder ohne Label. Das hilft auch Menschen mit Screenreader.
- Layout beruhigen: Ein hoher CLS-Wert kostet doppelt, bei Besuchern und bei Agenten. Häufige Ursachen sind Bilder ohne Maße, nachladende Werbung und Hinweise, die den Inhalt nach unten schieben.
- llms.txt anlegen: Eine kurze Datei mit einer Überschrift, zwei Sätzen zu deinem Unternehmen und Links auf die wichtigsten Seiten genügt. Überschätze sie nicht: Für Google zählt sie nicht, für andere KI-Systeme ist sie ein Angebot.
- WebMCP beobachten: Der Standard ist ein früher Entwurf. Spannend wird er, sobald Agenten über ihn direkt Termine anfragen oder Angebote berechnen können.
Für dich als Geschäftsführer heißt das: Deine Website hat bald zwei Arten von Besuchern. Menschen und KI-Agenten. Beide sollten bei dir finden, was sie suchen. Wie du in KI-Antworten genannt wirst, erkläre ich im Artikel In ChatGPT sichtbar werden. Wenn du wissen willst, wo deine Website heute steht, starte den kostenlosen SEO-Kompass (öffnet neuen Tab) – oder schau dir an, wie ich als GEO-Experte Websites für KI-Suchen aufstelle.


