Warum war ich so lange WordPress-Fan?
Weil WordPress und SEO einfach gut zusammenpassen: Kaum ein anderes System lässt sich so schnell und so flexibel für Suchmaschinen einstellen.
Ich werde oft gefragt, warum ich so lange WordPress-Fan war. Die Frage ist berechtigt, denn WordPress hat auch Schattenseiten – bei der Performance und bei der Sicherheit. Viele Gründer und Unternehmer meiden WordPress deshalb.
Ich habe trotzdem viele Jahre auf WordPress gesetzt und betreue weiterhin WordPress-Projekte. Auf dem WordCamp Europe 2014 in Sofia habe ich Joost de Valk kennengelernt, den Gründer von Yoast, und Matt Mullenweg Fragen gestellt, dem Mitgründer von WordPress. Das Interview mit Matt Mullenweg kannst du dir ansehen.
Was macht WordPress stark für SEO?
1. SEO-Plugins wie Yoast SEO und Rank Math
Ein SEO-Plugin ist eine Erweiterung, mit der du Title, Meta-Description, Sitemap und strukturierte Daten direkt im Editor pflegst. Yoast SEO wird ständig weiterentwickelt, Rank Math ist eine verbreitete Alternative. Beiträge, Seiten und Kategorie-Archive optimierst du damit in wenigen Minuten. Für Fortgeschrittene gibt es Felder für individuelle Titles und Descriptions je Vorlage. Kaum ein anderes System bietet so viele SEO-Einstellungen ohne Programmierung.
2. Saubere URLs (Permalinks)
Permalinks sind die dauerhaften Adressen deiner Seiten. In WordPress stellst du sie mit wenigen Klicks so ein, dass sie den Suchbegriff enthalten. Merkst du später, dass ein Slug – der letzte Teil der URL – nicht passt, änderst du ihn einfach. Für Beiträge leitet WordPress die alte Adresse meist automatisch weiter. Verlass dich nicht allein darauf: Ein Redirect-Plugin hält alle Weiterleitungen sauber fest.
3. Interne Verlinkung
Mit WordPress setzt du interne Links sehr leicht. Kategorien, Schlagwörter und Archivseiten verteilen die Linkkraft über alle Beiträge. Vorsicht bei Automatik: Zu viele Schlagwort-Seiten mit wenig Inhalt und automatisch gesetzte Links schaden mehr, als sie nützen. Als Laie solltest du interne Links deshalb von Hand setzen.
4. 404-Überwachung und Weiterleitungen
Gerade bei alten Domains oder nach einem Umzug ist wichtig, welche alten URLs noch verlinkt sind oder Besucher bekommen. Mit einem 404-Plugin siehst du das sofort und leitest die Adressen gezielt weiter. So holst du verlorene Besucher und Linkkraft zurück.
5. Ein großes Ökosystem
Für fast jedes Problem gibt es ein Plugin, ein Theme oder jemanden, der sich damit auskennt. Das macht WordPress für Unternehmen bequem, die schnell starten wollen und keine eigene Entwicklung haben.
Wo hat WordPress Schwächen bei SEO?
- Ladezeit: Schwere Themes, Page-Builder und viele Plugins machen Seiten langsam. Das kostet Besucher und wirkt sich über die Core Web Vitals auf Google aus. Mehr dazu im Ratgeber WordPress schneller machen.
- Sicherheit: Die meisten Angriffe laufen über veraltete Plugins und Themes. Ohne regelmäßige Updates wird WordPress zum Risiko.
- Wartung: Updates, Backups, Kompatibilität – das kostet jeden Monat Zeit. Ein schnelles Managed WordPress Hosting nimmt dir einen Teil davon ab.
- Abhängigkeit: Je mehr Plugins, desto mehr hängt deine Seite an fremdem Code, der morgen eingestellt werden kann.
Warum habe ich hamed.de 2026 von WordPress auf Astro umgestellt?
Astro ist ein Framework, das eine Website vorab in fertige HTML-Seiten übersetzt. Beim Besuch muss der Server nichts mehr berechnen, es gibt keine Datenbank und keine Plugins, die Updates brauchen.
Für meine eigene Website haben dabei drei Dinge den Ausschlag gegeben:
- Tempo: Jede Seite soll in Google Lighthouse auf 100 Punkte kommen und ihr größtes Element in höchstens 1,5 Sekunden zeigen. Mit fertigen HTML-Seiten ist das deutlich leichter zu erreichen.
- Weniger Wartung: Keine Plugin-Updates, keine Datenbank, weniger Angriffsfläche.
- Inhalte als Dateien: Alle Texte liegen versioniert in einem Repository. Das passt zu meiner Arbeit mit KI, weil ich Inhalte so auch mit KI-Unterstützung sauber bearbeiten und prüfen kann.
Wichtig für SEO: Beim Umzug sind alle bestehenden deutschen URLs geblieben. Geänderte Adressen bekommen eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Seiten ohne sinnvollen Ersatz antworten mit dem Statuscode 410 („dauerhaft entfernt“). So soll die neue Seite die Rankings der alten mitnehmen.
Wann ist WordPress die richtige Wahl – und wann nicht?
| Situation | Meine Empfehlung |
|---|---|
| Du veröffentlichst regelmäßig, mehrere Autoren arbeiten mit | WordPress |
| Du brauchst Funktionen wie Mitgliederbereich, Buchung oder Formulare ohne Entwickler | WordPress mit wenigen, gepflegten Plugins |
| Kleinere Firmen- oder Personal-Brand-Website, die vor allem schnell und wartungsarm sein soll | Statischer Website-Generator wie Astro |
| Onlineshop mit vielen Produkten | Ein Shopsystem, das zu deinem Sortiment passt – WooCommerce ist eine Option |
| Du willst ohne Technik in einer Stunde online sein | Ein Baukasten – lies vorher meine Erfahrungen mit Strato aus SEO-Sicht |
Ist WordPress also die beste Wahl für SEO?
Das System entscheidet nicht über dein Ranking. Google bewertet, ob deine Seite die Frage des Suchenden am besten beantwortet, schnell lädt und technisch sauber ist. WordPress macht vieles davon leicht – ein anderes System kann es genauso gut oder besser, wenn es zu deinem Team und deinen Zielen passt.
Wenn du bei WordPress bleibst, zeigt dir meine WordPress-SEO-Anleitung Schritt für Schritt, was du einstellen solltest. Wie deine Website heute bei Google und in KI-Suchen dasteht, prüfst du hier in wenigen Minuten:
Wenn du Unterstützung brauchst, findest du alles zu meiner Arbeit als WordPress-Experte in Hamburg. Weitere Ratgeber stehen im Wissensbereich. Und wie siehst du das: WordPress oder etwas anderes? Schreib mir gern über das Formular unten.


