Was ist die Komfortzone?
Die Komfortzone, im Englischen Comfort Zone, ist der Teil deines Lebens, in dem du dich wohlfühlst, weil keine echten Herausforderungen anstehen. Du kennst die Situationen und Entscheidungen und reagierst auf Autopilot.
Ich erlebe es immer wieder, an mir selbst und an anderen: Man lebt in seinem bekannten Umfeld, mit bekannten Menschen und bekannten Abläufen – und merkt nicht, wie man dabei langsam einrostet und sich selbst einschränkt.
In der Komfortzone musst du deine Erfahrungen nicht neu bewerten, keine unbekannten Denkwege lernen und dich nicht wirklich mit Neuem auseinandersetzen. Du bist souverän und hast keine Angst vor dem Urteil anderer. Ab und zu fällt eine kleine Entscheidung an – wo gehen wir heute essen, was schauen wir heute Abend? Die wirklich großen Fragen werden elegant übersprungen.
Wozu brauchst du die Komfortzone?
Die Komfortzone ist nicht schlecht. Ob im Job, in einer Beziehung, im eigenen Unternehmen oder im Umgang mit dir selbst: Du brauchst sie, um in Ruhephasen zu funktionieren und Energie zu tanken.
Sie entsteht durch Routine. Wenn du etwas lange genug gemacht hast, fühlst du dich darin wohl. Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Viel zu oft bleibt man zu lange.
Was passiert, wenn du zu lange in der Komfortzone bleibst?
Wer sich zu lange in der Komfortzone aufhält, verliert die Fähigkeit, schnell und flexibel auf unbekannte Situationen zu reagieren. Kopf und Körper gewöhnen sich daran.
Das zeigt sich dann so, dass man unbekannte Situationen meidet. Bei vielen wird daraus eine echte Angst vor dem Unbekannten. Das sind die Nein-Sager, die immer ins selbe Restaurant gehen, weil das „Risiko“ zu groß ist, mal schlecht zu essen. Für sich genommen ist das nicht schlimm – aber es zeigt, wie jemand Risiko und Nutzen abwägt. Man rostet ein und verschließt sich vor vielen neuen Erfahrungen, die das Leben lebenswert machen.
Warum ist die Komfortzone für Unternehmer gefährlich?
Im Berufsleben hat das ganz konkrete Nachteile, besonders für Gründer und Unternehmer. Wer sich zu lange in der Komfortzone aufhält, verliert an Innovationskraft.
Innovation braucht ungewohnte Denkwege. Die Fähigkeit dazu ist wie ein Muskel: Du musst ihn trainieren und regelmäßig belasten, indem du neue Lösungen für neue Probleme findest. Das gelingt nur, wenn du dich mit Neuem beschäftigst – mit neuen Märkten, neuen Werkzeugen, neuen Menschen. Ich teste neue Technik wie KI deshalb zuerst an mir selbst. Was dabei herauskommt, zeige ich in meiner Werkstatt.
Wo liegt meine eigene Komfortzone?
Für mich war die Komfortzone immer meine Heimat Hamburg. Ich kenne die Straßen, ich kenne meine Freunde, ich weiß, wie ich mich wo zu verhalten habe und was mich morgens erwartet. Große Herausforderungen gibt es dort kaum.
Das liegt weniger an der Stadt als an meinem eigenen Denken in diesem Umfeld. Vielleicht kennst du das von dir selbst.
Ich war nie jemand, der zu lange bequem gelebt hat. Ich liebe Herausforderungen – ob durch Reisen in ferne Länder oder durch das Ausprobieren verschiedener Geschäftsmodelle. Angst vor dem Unbekannten hatte ich selten. Doch auch ich merke, dass mit den Jahren die Lust auf Ungewöhnliches abnimmt. Also habe ich es einfach ausprobiert: Ich habe bei einer Comfort Zone Challenge mitgemacht.
Wie war meine Comfort Zone Challenge?
Eine Comfort Zone Challenge ist eine Reihe kleiner Aufgaben, mit denen du dir die Angst vor Neuem nehmen sollst. Das Ziel: etwas Verrücktes tun und sich nicht um die Meinung der anderen kümmern. Denn die Komfortzone entsteht oft aus dem Wissen, dass dich dort niemand beurteilt.
Die erste Aufgabe: Leg dich an einem belebten Ort auf den Boden und fotografiere deine eigenen Füße.
Klingt verrückt, und das war es auch. Ich war mit einer Freundin zum Einkaufen in der Mönckebergstraße, als es mir in einer Bankfiliale plötzlich einfiel. Nicht lange nachdenken, einfach machen. Ich legte mich auf den Boden und hielt 30 Sekunden inne.

Es war ein großartiges Gefühl, aus zwei Gründen:
- Du lernst, die Angst in dir zu überwinden. Der schwerste Moment ist der kurz davor.
- Du merkst, dass es kaum jemanden interessiert. Die anderen sind mit sich selbst beschäftigt.
Wie kannst du deine Komfortzone verlassen?
Hilfreich ist ein einfaches Modell mit drei Zonen: In der Komfortzone ist alles vertraut. In der Lernzone bist du gefordert, aber nicht überfordert – hier wächst du. In der Panikzone ist die Aufgabe so groß, dass die Angst das Lernen blockiert. Gute Schritte führen in die Lernzone, nicht in die Panik.
So fängst du an:
- Klein starten: eine Mutprobe pro Woche, die dich kurz Überwindung kostet.
- Routinen brechen: ein neues Restaurant, ein anderer Weg zur Arbeit, ein Buch aus einem fremden Fachgebiet.
- Fremde Menschen treffen: zum Beispiel beim Startup Walk & Talk, wo du alle 10 Minuten mit jemand Neuem sprichst.
- Etwas Neues ausprobieren: ein neues Werkzeug, ein Nebenprojekt, eine Geschäftsidee im Kleinen testen.
- Nicht zu lange nachdenken: Je länger du überlegst, desto mehr Gründe findet dein Kopf dagegen.
- Zurückblicken: Notier dir, was passiert ist. Meist war es halb so schlimm wie befürchtet.
Bist du bereit für deine eigene Challenge?
Ich fordere jeden heraus, der bis hierhin gelesen hat. Es mag verrückt klingen, und dein Gehirn wird dir tausend Gründe liefern, warum es falsch ist. Aber stell dich deiner Angst und spring aus deiner Komfortzone. Was dich erwartet, ist eine neue Welt, in der du genau das machen kannst, was du möchtest. Und ich bin mir sicher, dass du mehr willst.
In diesem Sinne: Ich wünsche dir einen unkomfortablen Tag.
Wer ich bin und was ich sonst mache, erfährst du auf meiner Seite über mich. Wie ich mit Online-Geschäftsmodellen experimentiert habe, beschreibe ich im Beitrag über virtuelle Startups. Weitere Beiträge findest du im Wissensbereich.


