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Hamed Farhadian – zur Startseite

Webprojekt verkaufen & Startups kaufen Vertrauen, Wert, Code – darauf kommt es an.

Ein Webprojekt zu verkaufen ist schwieriger, als die meisten denken: Sein Wert steckt in Umsatz, Besucherzahlen und Code, die ein Käufer nur schwer prüfen kann. Drei Hürden entscheiden über jeden Deal – Vertrauen, eine realistische Bewertung und ein übergabefähiger Code. Ich kenne beide Seiten, weil ich selbst Webprojekte gekauft und verkauft habe.

Porträt von Hamed FarhadianHamed FarhadianVeröffentlicht Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Warum ist es so schwer, ein Webprojekt zu verkaufen?

Weil ein Webprojekt ein virtuelles Gut ist. Sein Wert hängt an Zahlen, Code und Abläufen, die ein Käufer von außen kaum beurteilen kann – und Verkäufer sehen ihr eigenes Projekt selten nüchtern.

Seit vielen Jahren entwickle und betreibe ich eigene Startups und Webprojekte, im Internet bin ich seit 1999. Natürlich gibt es dabei Projekte, die man irgendwann nicht mehr liebt oder die einfach nicht profitabel sind. Dann überlegt man, sie zu verkaufen – und merkt, dass das schwieriger ist als gedacht.

Ein Webprojekt ist eine Website, ein Onlineshop, eine App oder ein digitales Startup, das als Ganzes den Besitzer wechseln kann: Domain, Inhalte, Code, Kunden und Einnahmen. Ich war oft auf beiden Seiten, als Käufer und als Verkäufer. Dabei sind mir immer wieder drei Hürden begegnet: Vertrauen, Bewertung und Code.

Hürde 1: Wie entsteht Vertrauen zwischen Käufer und Verkäufer?

Das Vertrauensproblem besteht auf beiden Seiten.

  • Der Käufer denkt: Warum will jemand sein Startup verkaufen, wenn es wertvoll ist? Die übliche Antwort „keine Zeit oder keine Lust mehr“ mag oft stimmen. Für einen Käufer, der genau diese Zeit und Lust investieren will, klingt sie trotzdem unglaubwürdig.
  • Der Verkäufer fürchtet: Der Interessent schaut sich alles an und baut das Geschäftsmodell einfach nach, ohne zu zahlen.

Ich sehe das immer wieder in Gruppen auf Facebook und anderen Plattformen: Jemand will ein Projekt verkaufen, nennt aber nicht einmal die URL. Erst soll ein NDA, eine Geheimhaltungsvereinbarung, unterschrieben werden. Das ist rechtlich verständlich, führt aber dazu, dass viele potenzielle Käufer abspringen.

Mein Weg: Erst Vertrauen zur Person aufbauen, und dafür lohnt es sich, Zeit zu investieren. Einen Kaffee trinken, gemeinsam Mittag essen, sich kennenlernen – und erst dann, wenn das Vertrauen da ist, über das Geschäft reden.

Praktisch helfen außerdem:

  • Details schrittweise freigeben: erst Branche, Größenordnung und URL, nach dem NDA Zahlen und Zugänge.
  • Lesezugriff auf Analytics und Search Console statt Screenshots.
  • Ein Treuhandservice für die Zahlung, damit keine Seite in Vorleistung gehen muss.

Hürde 2: Was ist ein Webprojekt wert?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Aus Sicht des Verkäufers ist das Projekt einmalig, durchdacht und großartig – aber warum lief es dann nicht wie erwartet? Wer schon einmal ein Startup aufgebaut hat, kennt die Liebe zum eigenen „Baby“. Und wer gibt schon gern zu, dass sein Baby hässlich ist? Deshalb kommen Gründer manchmal mit Preisvorstellungen, die einfach nicht realistisch sind.

Umgekehrt ist es für Käufer schwer, alles so zu sehen, wie es wirklich ist. Die meisten fragen zuerst nach Umsatz, dann nach Besucherzahlen. Daraus berechnen sie mit einem Multiplikator einen Gesamtpreis.

Rechenbeispiel: Eine Website wirft 1.000 € Gewinn im Monat ab. Bei einem Multiplikator von 24 Monatsgewinnen wäre sie 24.000 € wert.

Das ist keine feste Regel. Ich habe Projekte gesehen, für die ein Vielfaches davon gezahlt wurde, und andere, die nicht einmal einen Monatsgewinn wert waren. Der Wert einer Sache entsteht im Auge des Betrachters. Diese Faktoren treiben ihn nach oben oder unten:

Steigert den WertSenkt den Wert
Stabile Einnahmen über mehrere JahreSchwankende oder fallende Umsätze
Besucher aus mehreren KanälenAbhängigkeit von einem einzigen Kanal, etwa Google
Wenig laufender AufwandProjekt hängt an der Person des Gründers
Sauberer, dokumentierter CodeUndokumentierter Code, alte Software
Eigene Marke und StammkundenNur Laufkundschaft

2026 kommt ein Punkt dazu: KI-Antworten bei Google und in ChatGPT beantworten viele Fragen direkt, ohne dass jemand auf eine Website klickt. Käufer prüfen deshalb genauer, wie stark ein Projekt von Klicks aus der Suche abhängt. Wie es um die Sichtbarkeit eines Projekts in Google und KI-Suchen steht, zeigt dir mein kostenloser SEO-Kompass (öffnet neuen Tab) in wenigen Minuten.

Hürde 3: Ist der Code übergabefähig?

Die dritte Hürde: Viele Gründer haben beim Entwickeln schnell und „dirty“ programmiert. Für den Käufer ist der Code dann kaum zu durchschauen. Ich habe selbst viele Projekte gekauft und immer wieder festgestellt, dass keine einzige Zeile dokumentiert war.

Das ist verständlich, denn am Anfang rechnet niemand damit, sein Projekt einmal zu verkaufen. Je einfacher die Technik, desto kleiner das Problem: Bei einer konversionsstarken Landingpage spielt es kaum eine Rolle, bei einer komplexen Software-as-a-Service-Plattform, also einer Software, die Kunden im Abo online nutzen, ist es entscheidend.

Wie bereitest du den Verkauf deines Webprojekts vor?

  1. Zahlen sauber aufbereiten: Umsatz, Kosten und Gewinn der letzten 12 bis 24 Monate, belegbar.
  2. Besucherquellen zeigen: Analytics und Search Console, aufgeteilt nach Kanälen.
  3. Abläufe dokumentieren: Was ist jede Woche zu tun, wer macht es, welche Dienstleister gibt es?
  4. Code und Zugänge ordnen: Repository, Hosting, Domain, E-Mail, Zahlungsanbieter, Social-Media-Konten.
  5. Verträge prüfen: Lassen sich Verträge mit Lieferanten, Partnern und Kunden übertragen?
  6. Realistisch bewerten: Hol dir eine zweite Meinung, bevor du einen Preis nennst.

Worauf achtest du, wenn du ein Startup oder eine Website kaufen willst?

  • Zahlen prüfen: Zugang zu den echten Konten statt Screenshots.
  • Traffic prüfen: Woher kommen die Besucher? Gab es zuletzt Einbrüche nach Google-Updates?
  • Domain prüfen: Historie, alte Inhalte, Backlinks. Eine Domain mit fragwürdiger Vergangenheit kann Rankings kosten.
  • Aufwand prüfen: Wie viele Stunden pro Woche stecken wirklich drin?
  • Technik prüfen: Lass den Code von jemandem ansehen, der ihn später pflegen soll.
  • Übergabe regeln: Wie lange unterstützt dich der Verkäufer nach dem Kauf?

Wie gelingt die Übergabe, ohne Rankings zu verlieren?

Ein neuer Eigentümer ändert an den Google-Rankings erst einmal nichts. Gefährlich wird es, wenn nach der Übernahme Domain, URLs oder Inhalte geändert werden, ohne Weiterleitungen einzurichten. Wenn du die Website nach dem Kauf umbauen willst, plane das wie einen Relaunch – wie das geht, erkläre ich im Ratgeber zum Webseiten-Relaunch.

Du willst ein Webprojekt verkaufen oder kaufen?

Wenn du gerade überlegst, dein Startup, deine Website oder deinen Shop zu verkaufen – oder wenn du ein Projekt suchst –, schreib mir über das Formular unten. Ich sage dir ehrlich, wie ich die Lage einschätze.

Wie ich selbst an Online-Geschäftsmodelle herangehe, beschreibe ich im Beitrag über virtuelle Startups. Mehr über mich liest du auf meiner Seite über mich, weitere Beiträge im Wissensbereich.

Fragen zum Kauf und Verkauf von Webprojekten

Wie berechnet man den Wert einer Website?

Meist über den monatlichen Gewinn mal einen Multiplikator. Wie hoch der Multiplikator ist, hängt davon ab, wie stabil die Einnahmen sind, woher die Besucher kommen und wie viel Arbeit das Projekt macht. Eine feste Formel gibt es nicht – der Wert entsteht im Auge des Käufers.

Brauche ich beim Verkauf eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA)?

Für sensible Details wie Umsätze, Lieferanten oder Code ist ein NDA sinnvoll. Verlang es aber nicht für die erste Kontaktaufnahme, sonst springen viele Interessenten ab. Teile zuerst das Grundsätzliche und gib Details schrittweise frei.

Wo kann ich ein Webprojekt verkaufen?

Über spezialisierte Online-Marktplätze für Websites, über Branchen-Communitys oder über dein eigenes Netzwerk. Für kleinere Projekte ist oft ein Käufer aus deinem Umfeld der schnellste Weg, weil das Vertrauen schon da ist.

Wie schütze ich mich beim Kauf vor Betrug?

Lass dir Zugang zu Analytics, Search Console und Zahlungskonten zeigen statt Screenshots, prüf die Domainhistorie und nutze für die Zahlung einen Treuhandservice. Der Verkäufer bekommt das Geld erst, wenn alle Zugänge übergeben sind.

Verliert eine Website beim Verkauf ihre Google-Rankings?

Nicht zwangsläufig. Solange Domain, URLs und Inhalte gleich bleiben, ändert ein neuer Eigentümer an den Rankings nichts. Riskant wird es, wenn der Käufer direkt nach der Übernahme alles umbaut, ohne Weiterleitungen einzurichten.

Über den Autor

Hamed Farhadian

Hamed Farhadian ist Unternehmer, SEO- und KI-Experte aus Hamburg. Er nutzt KI und eigene Tools, damit Unternehmen bei Google und in KI-Suchen gefunden werden und bessere Kunden gewinnen – ohne Blackbox. Seit 1999 im Internet, Gründer der SEO-Agentur SEOeffekt.

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„Hamed weiß, worauf es bei SEO ankommt. Er ist leidenschaftlich bei der Sache und gibt beiläufig haufenweise hilfreichen Input.“

Johannes Weber, Marketing Manager, HostPress GmbH